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Newsletter 1. Juli 2015

Kultur Trend

Online sammeln, was Bürger wissen. Gar nicht sooo leicht!

Bochumer können im Internet die eigene Stadtgeschichte mitschreiben. In dem Chronik-Projekt von Bochum Marketing „Zeitreise Bochum – das digitale Buch zur Stadt“ sind schon zweihundert Meilensteine in enger Abstimmung mit dem Stadtarchiv formuliert, sortiert in fünf Rubriken. Audios, Fotos, Kommentare oder Videos können jetzt bei gemeinsamen Zeitreisen ergänzt werden. Im Projekt „mein Frankfurt-Modell“ sind aktuell Frankfurter mit Stadtteil-Expertise gefragt. Das historische museum frankfurt sammelt Wissen, Material und Fundstücke für die künstlerische Umsetzung eines #FrankfurtModell bis 2017. Und an der Ostsee? Da können gesichtete Wale direkt per App an das Deutsche Meeresmuseum in Stralsund gemeldet werden. Die Dokumentation dient der Entwicklung von Schutzmaßnahmen. Wissen aber alle, die Wale an der Ostsee sehen, von dieser App und über die Arbeit des Meeresmuseums? Werden nicht nur wenige an Forschung interessierte Bürger erreicht? Das Problem ist erkannt, aber damit noch nicht gelöst. Eine Liste von Maßnahmen, um Berührungsängste abzubauen, um mehr Bürger zu erreichen, existiert und muss umgesetzt werden. Ein EU-Projekt ist gestartet, entwickelt aber erst Werkzeuge, mit denen sich Wissenschaft und Gesellschaft enger miteinander verknüpfen lassen. Und dann gibt es da ja auch noch die Finanzierungsfrage der wissenschaftlichen Projekte mit Bürgerbeteiligung. Auch darüber wird seit Anfang des Jahres in verschiedenen Städten auf dem Dialogforum Citizen Science diskutiert.

Kultur Digital

Stattdessen, vorher, nachher

Audioguides, Apps, Webseiten und Netzmuseen – Kunstvermittlung und Kuratieren wird immer digitaler. Der Museumsinteressierte muss nicht mal mehr vor Ort sein. Er kann online Museen und kulturelles Erbe auf 3D-Rundgängen entdecken und Sammlungen durchstöbern. Miriam Sandabad fragt: „Ist das Museum der Zukunft wirklich eines ohne realen Ort?“
deutschlandradiokultur.de

Kritisch über Kritik

Einer appelliert und die Perlentaucher-Community reagiert. „Wenn Literaturkritik eine Zukunft hat, dann im Netz.“ Ist Literaturkritik aber nicht schon längst präsent im Netz? Wolfram Schüttes Appell regt zu einer umfassenden Debatte an.
perlentaucher.de

Nachgefragt!

Das Oral-History-Projekt des PTT- Archivs gibt den ehemaligen Telefonisten, Briefträgern und Funkspezialisten eine Stimme. Mit ihren Interviews werden die kleinen und großen Geschichten des Arbeitsalltags im ehemaligen Schweizer Bundesbetrieb dokumentiert.
infoclio.ch, oralhistory-pttarchiv.ch

Social Media und Kultureinrichtungen

Freies Teilen, aber ohne Panorama?

In der EU wird diskutiert, dass die Panoramafreiheit zukünftig nur noch für nichtkommerzielle Zwecke gelten soll. Das Teilen von Fotos in sozialen Netzwerken könnte dann lizenzpflichtig werden. Ein Interview mit John Weitzmann von Creative Commons Deutschland.
deutschlandradiokultur.de, Petition „Rettet die Panoramafreiheit!“

Sharen und Liken, ohne richtige Debatte?

Über Like-Werte, neue Freundschaftsanfragen, die Anzahl der Freunde als Indikator und die Debattenkultur bei Facebook – Michael Angele analysiert selbstkritisch den Umgang der Branche mit Facebook und erstellt eine „Kleine Typologie des Facebook-Publizisten“.
freitag.de

Aktualisierter Status von Julius Cäsar?

Archäologen aus Berlin und München haben das Forum Romanum in verschiedenen historischen Zuständen als 3D-Modell digital rekonstruiert. Begleitet wird das Projekt von Facebook-Profilen römischer Kaiser, die ihre Follower zu wichtigen Triumphzügen einladen.
sueddeutsche.de

Mobile Anwendungen im Kulturbereich

Gänsemarsch durch Monheim

Ab sofort hat die Stadt Monheim eine neue Stadtführerin: die Gans mit den blauen Füßen. Analog in blau auf den Bürgersteigen, ist sie in die App „MonChronik“ als Augmented-Reality-Animation integriert und watschelt dort virtuell vor den Besuchern zu den historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
wz-newsline.de, GooglePlay, iTunes

Geschichte sexueller Vielfalt

Das Schwule Museum und das Deutsche Historische Museum bieten eine Audiotour zu ihrer Ausstellung „Homosexualität_en“ an. Auf dem Weg zwischen den Museen bieten acht Hörstationen Informationen über das erste Institut für Sexualwissenschaft, über die Lokale, in denen sich lesbische Frauen in den 1920er Jahren trafen oder über den Tiergarten als Treffpunkt schwuler Männer.
queerhistory.de

Buchen sollst Du suchen

In einer eigenen App können die Weltnaturerbestätten deutscher Buchenwälder auf deutsch und englisch erforscht und ihre Besonderheiten entdeckt werden. Grundsätzliche Informationen über Buchenwälder, Details wie etwa die zu den Buchen im Jasmund-Nationalpark und spezielle Wanderrouten gehören zum Angebot.
ndr.de

Kultur und Technologie

Sicherheitsleitfaden Kulturgut

Die Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) hat einen digitalen Assistenten erstellt. Das kostenfreie Online-Tool bietet ausführliche Einführungen zu 14 Themenbereichen des Sicherheitsmanagements, jeweils einen Wissenspool mit weiterführenden Links und Literatur sowie einen Fragebogen zum eigenen Sicherheitscheck.
museums.wikia.com

Cultural Entrepreneurship

Wikipedia ist in die Jahre gekommen

Seit 15 Jahren gibt es das Nachschlagewerk im Netz. Wikipedia und die 30.000 Freiwilligen der Community bekommen aber täglich mehr Probleme. Fast kein Nachwuchs, veraltete Website, komplizierte Usability. Es fehlt eine grundlegende Reform.
handelszeitung.ch

Kultur-Zahlen

40

Alle 40 Sekunden wechselt die Ansicht der interaktiven Präsentationswand des Cleveland Museum of Art. Mehr als 4.000 Objekte aus der ständigen Sammlung werden den Besuchern präsentiert, nach Themen, Zeitraum oder Material sortiert. Mit der App ArtLens auf dem eigenen Smartphone können über Dockingstationen eigene Aktivitäten integriert werden.
clevelandart.org

Spaßkultur

Spam? Ein Gedicht!

Es gibt viel zu viel Spam auf der Welt, um daraus nicht auch Kunst zu machen.
wdrblog.de

Kultur-Zitat

„Twitter is a very interesting medium. It is not one that records the past, but one that forms in the present condition, with real connections to the future. It is so intimate but, at the same time, so broadly connects us to others.“ Ai Weiwei über Twitter und sein Kunstprojekt „An Archive“.
thecreatorsproject.vice.com

Termine

03.-04.07.2015 Big Data im Kontext von Kultur und Gesellschaft, Basel
05.07.2015 Preisverleihung Coding Da Vinci, Berlin
05.-09.07.2015 36th Annual IATUL Conference 2015, Hannover
06.07.2015 Recht im Museum, Chemnitz
09.-10.07.2015 Europeana Creative Culture Jam, Wien
10.07.2015 Preisverleihung AppArtAward 2015, Karlsruhe
10.-11.07.2015 Gründerseminar des Verbands Deutscher Kunsthistoriker, Bonn
15.07.2015 Tweetup „Karsten Bott – Gleiche Vielfache“ #histweets, Twitter, Frankfurt a.M.
16.-17.07.2015 Innovation organisieren – Neue Chancen für die Bibliotheksarbeit, München
17.-19.07.2015 KulturCamp 2015: … Urban Legend – play the game! Wolfenbüttel
23.07.2015 Besucherforschung in Ausstellungen und Museen, München

03.-05.08.2015 Digital Directions, Raleigh, NC
19.-21.08.2015 Work With Sounds. Theorie – Praxis – Netzwerke, Dortmund
20.-22.08.2015 SoundTrack_Cologne 12, Köln

Bildserie der Woche

Roberta Breitmore. Lynn Hershman Leeson, real und virtuell

27_2015
prometheus-bildarchiv.de