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Newsletter 19. Februar 2020

Kultur Trend

Literatur im Digitalen

Mit der Digitalisierung bestehen seit Jahren neue Möglichkeiten der Produktion, Distribution und Rezeption von Literatur. Autoren positionieren sich neu, verändern ihre Arbeitsweisen und experimentieren. Im Sammelband „Screenshots“, herausgegeben Nora Zapf und Katrin Lange, geben Schriftsteller Einblicke in ihr digitales Schreiben, etwa wie sie online verfügbare Daten nutzen, um experimentelle Texte zu erstellen. Darüber hinaus thematisieren weitere Beiträge in „Screenshots“ ergänzende Aspekte von Literatur im Internet, beispielsweise Social-Media-Co-Autorenschaften. Anne Kohlick ist überzeugt von dem vielseitigen Band, einer Mischung aus abgedruckter Online-Literatur und Meta-Texten. Andere Schriftsteller lassen ihre Website öfter überarbeiten, um sich im Netz darzustellen. Jan C. Behmann hat sich den neuen Auftritt des schweizerischen Schriftstellers Martin Suter angesehen. Und auch die Literatur-Datenbank LITon.NRW mit mehr als 1.000 Profilen nordrhein-westfälischer Autoren, Verlage und Akteure der Literaturszene ist nach einem umfassenden Relaunch wieder online. Wie sehr sich bei Jugendlichen die Rezeption von Literatur verändert hat, zeigt eine Studie der Università degli Studi di Milano-Bicocca, der Sogang University, der Università degli studi di Verona und der Universität Basel. Sie nutzen digitale Netzwerke intensiv, um literarische Texte zu lesen, zu schreiben und zu kommentieren. Je nachdem, ob es sich um einen populären Text oder um einen Klassiker handelt, gibt es im Leseverhalten große Unterschiede, die am Beispiel der Plattform Wattpad deutlich werden. Über literarische Texte etwas zu hören, ermöglicht das Kulturmagazin Feuilletonscout mit dem Literatur-Podcast am Sonntag.

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Pausanio Kolumne – Digital Gardening

Innovationen in Gedächtnisinstitutionen

Zunächst unterscheidet Holger Simon die lateinischen Begriffe „inventio“ und „innovatio“, die für Neues in Wissenschaft und Wirtschaft stehen. Er macht deutlich, dass in Gedächtnisinstitutionen Inventionen wie auch Innovationen für eine digitiale Transformation sinnvoll sind.
pausanio.com/kolumne

Kultur Digital

Bibliothek in digitaler Welt

Hamburg plant und die finnische Zentralbibliothek Oodi in Helsinki ist die Inspiration. Ein neues Gebäude mit Tonstudios und Spieleräume soll zukünftig Raum zur digitalen Entfaltung für alle Altersgruppen bieten und zum beliebten Treffpunkt in Hamburg werden.
dfg-ev.de, b-u-b.de

Schätze im Online-Katalog

Fünf niederösterreichische Museen sind als repräsentative Beispiele für Stadt-und Regionalmuseen Teil eines Inventarisierungsprojekts des Museumsmanagements Niederösterreich. Ihre Sammlungsobjekte sind jetzt im Online-Katalog zugänglich.
ots.at, noemuseen.at

Neues aus digitalen Archivmaterialien

Zum Auftakt des Kulturprojekts Saar-Hackathon stellt Chris Ignatzi in einer Kurzreportage die Grundidee des Kultur-Hackathon vor: „Das kulturelle Erbe der Großregion soll einem breiten Publikum anhand von Archivmaterial kreativ näher gebracht werden.“
sr.de, sr-mediathek.de

Social Media und Kultureinrichtungen

Bewegte Regionsberichte

Auch in diesem Jahr wird wieder ein Burgenblogger für das Mittelrheintal gesucht. Allerdings hat sich die Ausschreibung leicht verändert, denn dieses Mal wird ein Burgenvlogger gesucht, um das Leben am Mittelrhein schwerpunktmäßig in bewegten und bewegenden Bildern zu präsentieren.
rhein-zeitung.de

Andere Stadtperspektiven

Gabriele Koenig spricht mit Robert Hackner, der beruflich für den Online-Auftritt der Stadt Nürnberg zuständig ist, über die Faszination Instagram und den Foto-Wettbewerb „Igers meet Industriekultur“, dessen 100 beste Fotos im Museum Industriekultur zu sehen sind.
museenblog-nuernberg.de

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Mobile Anwendungen im Kulturbereich

„Botnet“

Ein „Social-Media-Simulator“ ist die App „Botnet“. Michael Moorstedt hat sie ausprobiert und auf seine Beiträge Reaktionen erhalten, die er sonst sehr selten erhält. Unzählige Likes und Retweets, die aber ja eigentlich nichts wert sind, weil dahinter keine echten Menschen stehen.
sueddeutsche.de, startbotnet.com

Audioguide im Verkehrszentrum

An insgesamt 68 Stationen in den drei Hallen des Verkehrzentrums im Deutschen Museum informiert der neue Audioguide nicht nur allgemein über die Ausstellungsthemen. Ausgewählte Fahrzeuge können näher kennengelernt werden und für Kinder gibt es eine eigene Hörspur.
deutsches-museum.de

Kultur und Technologie

„Assembler“

Es ist nicht immer einfach, echte von gefälschten Bildern zu unterscheiden. Jigsaw, ein Unternehmen der Google-Holding, stellte jetzt das kostenlose Werkzeug „Assembler“ vor, mit dem auch gefälschte Fotos, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt wurden, zu erkennen sind.
nytimes.com

Cultural Entrepreneurship

Vorschlag: neues Finanzierungsmodell für Dokumentationen

Öffentlich finanzierte Dokumentarfilme sollen unter offenen Lizenzen zugänglich gemacht werden. Dazu legte die Initiative „Docs for Democracy“ der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm einen ausgearbeiteten Vorschlag vor.
netzpolitik.org, irights.info, agdok.de

Studien rund um Kultur

ICOM-Museumsdefinition

302 gültige Fragebögen sind zur Umfrage von ICOM Deutschland im Dezember eingegangen. Die Ergebnisse sind online einzusehen und zeigen, dass die Teilnehmer die geltende ICOM-Museumsdefinition mehrheitlich als gut geeignet betrachten.
icom-deutschland.de

Kultur-Zahlen

745

Um herauszufinden, was an dem Spiel mit Erwartungen für Hörer von Musik besonders angenehm ist, fütterten Wissenschaftler ein maschinelles Lernmodell mit 745 erfolgreichen Popsongs aus der Zeit zwischen 1958 und 1991, also mit gut 80.000 Akkorden.
faz.net

Spaßkultur

Aussehen wie eine Filmfigur

Anucha Saengchart zeigt bei Instagram, wie mit wenig Geld und viel Humor die erstaunlichsten Kostüme gezaubert werden können. Alaaf!
sz-magazin.sueddeutsche.de, instagram.com

Kultur-Zitat

„AUTONOM schlägt eine Brücke zwischen künstlerischer und künstlicher Intelligenz. Gerade auf Theaterbühnen wird das Verhältnis von Mensch und Maschine auf eindrucksvolle Weise zum Thema gemacht.“ Staatsministerin Monika Grütters zum Sonderprogramm AUTONOM beim Fonds Darstellende Künste e.V.
bundesregierung.de

Termine

28.01.-01.03.2020 transmediale 2020. End to End, Berlin

20.-21.02.2020 Bildmaterialien: Recherche, Rechte und mehr, Hamburg
20.-23.02.2020 #OERcamp meets Hacks&Tools, Hamburg
22.02.2020 Schmankerl Time Machine Editathon, München
28.02.2020 „Pen & Paper“-Hackathon, Köln

05.03.2020 SMARTPLACES | 3rd annual conference, Dortmund
07.03.2020 #igersenter: Instawalk im Neuen Rathaus, München
07.-08.03.2020 Tag der Archive, Deutschland
09.03.2020 Digitale Strategien in Kulturbetrieben, Köln
12.-15.03.2020 Leipziger Buchmesse, Leipzig
17.03.2020 The Sound of Science, Berlin
19.-20.03.2020 Connect to Collect, Stockholm
23.-25.03.2020 Museum Next Europe, Edinburgh
29.03.2020 Instagram: Symposiwm / A Symposium, Cardiff
30.-31.03.2020 Digital Officer & Data Science im Kultursektor, Köln
31.03.-04.04.2020 MuseWeb20, Los Angeles

01.-02.04.2020 hub.berlin, Berlin
02.-03.04.2020 Open Access Barcamp, Konstanz
15.-16.04.2020 Engaging with Web Archives, Kildare
18.04.2020 see-Conference, Wiesbaden

Bildserie der Woche

Ludwig van Beethoven. 250. Geburtstag


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